Feste und Feiern bei uns zu Hause

In this series, I present some of the articles I presented in Dr. Ecke‘s course: Advanced German Usage. The course took place in Fall 2024. In Kenia werden viele religiöse Feste gefeiert, z. B. Diwali, Weihnachten, Ostern und Ramadan. Bei uns zu Hause wird Weihnachten jedoch am stärksten gefeiert. Seit meiner Kindheit habe ich alle meine…

In this series, I present some of the articles I presented in Dr. Ecke‘s course: Advanced German Usage. The course took place in Fall 2024.

In Kenia werden viele religiöse Feste gefeiert, z. B. Diwali, Weihnachten, Ostern und Ramadan. Bei uns zu Hause wird Weihnachten jedoch am stärksten gefeiert. Seit meiner Kindheit habe ich alle meine Weihnachtsfeste zu Hause verbracht. 2023 war das erste Mal, dass ich Weihnachten fern von meiner Familie gefeiert habe, und das war ein großer Unterschied. Familie spielt eine zentrale Rolle, wenn es ums Feiern geht. In Kenia und in vielen afrikanischen Ländern kommen Verwandte aus allen Richtungen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Diese Tradition hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, da viele Menschen aus beruflichen oder unvermeidbaren Gründen, wie z. B. einem Studium im Ausland, Weihnachten nicht mehr zu Hause verbringen können.

Ich möchte von einem typischen Weihnachten erzählen, wie ich es als Kind erlebt habe. Die Schulen schlossen im dritten Semester Ende Oktober, damit die Schüler ihre Abiturprüfungen ablegen konnten, die etwa zwei Wochen dauerten. Danach waren alle Schulen (auf Primar- und Sekundarschulniveau) bis Januar geschlossen. Als Kind habe ich mich immer darauf gefreut, nach einem langen, stressigen Schuljahr endlich nach Hause zu kommen, besonders da ich in einem Internat war. Diese Zeit fiel auch in die Erntezeit, und das bedeutete, dass die Kinder ihren Eltern bei der Ernte helfen konnten. Ich erinnere mich an eine ganz besondere Tradition der Kalenjin namens Turonik. Dabei konnten kleine Kinder nach der Ernte die Felder nach vergessenen Produkten absuchen und diese später an eine Sammelstelle bringen, um je nach Menge des Produkts etwas Geld zu verdienen. Einmal habe ich drei Dollar bekommen, und viele Kinder kauften sich davon coole Jeans oder Sonnenbrillen. Diese Tradition lehrte uns Kinder, dass Fleiß im Leben belohnt wird.

Dann kam das Essen: Chapati, eine Art Fladenbrot, wurde überall mit Fleisch zubereitet. Ich kann bis heute den wunderbaren Geruch riechen, der an diesem Tag die Luft erfüllte. Je nach Familie wurden Kühe, Schafe oder Ziegen geschlachtet. Es gab reichlich Obst, viel zu essen und zu trinken. Weihnachten war eine Zeit für die Familie, und man konnte die gute Laune aller spüren. Selbst diejenigen, die normalerweise viel Streit mit sich brachten, waren an diesem Tag entspannter. Die Christen gingen frühmorgens in die Kirche. Wer es sich leisten konnte, machte einen Ausflug, aber mir gefiel die Idee eines Ausflugs an Weihnachten nicht. Für mich war Weihnachten eine Zeit, um zu Hause zu bleiben. Ausflüge kann man das ganze Jahr über machen, und es war oft auch sehr aufwendig, eine Familie von etwa 20 Personen auf einen gemeinsamen Urlaub zu schicken. Weihnachten spielt bis heute eine große Rolle, aber es ist schade, dass sich vieles verändert hat. Zwei meiner Geschwister leben seit drei Jahren in Australien, und ich seit einem Jahr in den USA. Das bedeutet, dass nur noch drei Geschwister und meine Eltern Weihnachten zu Hause feiern. Ich arbeite jedoch fleißig darauf hin, jedes Weihnachten nach Hause zurückzukehren, um diese Tradition weiterhin intensiv erleben zu können.

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