Was mir Spaß und das Leben lebenswert macht

In this series, I present some of the articles I presented in Dr. Ecke‘s course: Advanced German Usage. The course took place in Fall 2024. Ich war immer der Meinung, dass Konzepte wie Spaß, Vergnügen, Urlaub usw. für mich erst viel später relevant werden. Mein Verständnis von Glück oder das Motto „Leben und leben lassen“ war…

In this series, I present some of the articles I presented in Dr. Ecke‘s course: Advanced German Usage. The course took place in Fall 2024.

Ich war immer der Meinung, dass Konzepte wie Spaß, Vergnügen, Urlaub usw. für mich erst viel später relevant werden. Mein Verständnis von Glück oder das Motto „Leben und leben lassen“ war ein Begriff, der eher in der Zukunft lag. Doch nachdem ich das Buch Unfollow your Dreams: Leben, Ziele, Sinn und Erfolg neu denken von Leander Greitemann gelesen habe, bekam ich eine neue Perspektive darauf, wie ich mein Leben mit mehr Glück und Zufriedenheit führen kann. Im Buch war das Hauptargument, dass das Streben nach festen Zielen oft zu Enttäuschung führt.

Als Kind ist man oft zielstrebig und idealistisch. So habe ich es auch erlebt. Kinder fokussieren sich nur auf den Alltag und all die guten und schlechten Dinge, die an einem Tag passieren. Doch Erwachsene müssen sich sowohl mit der Vergangenheit als auch mit der Zukunft auseinandersetzen. Ich selbst befinde mich derzeit auf einer Reise, die schönen Dinge des Tages zu erleben und gleichzeitig mit möglichen Herausforderungen umzugehen. Diese Erkenntnis, dass das Leben nur am seidenen Faden hängt, hat mich dazu gebracht, jeden Moment als Geschenk zu betrachten – und ich finde Glück in allem.

Kenyatta University 2019

Morgen, wenn ich aufwache und meinen frischen Kaffee genieße, am Tag, wenn die Sonne scheint und Menschen ihren unterschiedlichen Tätigkeiten nachgehen, und abends, wenn die Sonne untergeht und gleichzeitig in einem anderen Land und Kontinent wieder aufgeht – all das erfüllt mich mit Freude. Die Menschen, die ich treffe, die Spuren in meinem Leben hinterlassen und mir wertvolles oder konstruktives Feedback geben, und schließlich meine Familie, die überall auf der Welt verteilt ist – diese kleinen Dinge wecken Freude in mir. Ich habe gelernt, dass Berufe oder Geld Glück zwar ermöglichen können, aber wahre Zufriedenheit von innen heraus entstehen muss.

Hier, in einem fremden Land, ist es schwer, mit neuen Menschen in Kontakt zu treten, und sogar das „westliche“ Verständnis von Gemeinschaft ist herausfordernd – vor allem, wenn man einer Minderheit angehört. In meiner Freizeit versuche ich, ehrliche Verbindungen zu Menschen aufzubauen und konstruktive Gespräche zu führen. Doch aufgrund des Kapitalismus, der zu Hause weniger im Vordergrund steht, gibt es hier oft einen Mangel an Zeit. Kulturelle Unterschiede und die Priorisierung von Privatsphäre erschweren es zusätzlich. Ich glaube, dass wir uns zwangsläufig zu sehr auf das „Überleben“ konzentrieren und dass Konzepte wie Freundschaft und Freizeitgenuss dabei oft in den Hintergrund geraten.

In Deutschland ist es ein wenig anders. Werte und kulturelle Nuancen wie Feierabend, Abendbrot, Urlaub oder der Verdauungsspaziergang sind ausgeprägt. Doch es ist nicht alles schlecht. Wie gesagt, in allem steckt etwas Schönes – und für mich ist es wichtig, bestehende kulturelle Normen zu hinterfragen und zu dekonstruieren. Wir müssen nicht naiv sein und alles tun, was uns vorgegeben wird. In der Natur, in der Ruhe und in der Gemeinschaft gibt es viele schöne Erlebnisse, die uns bereichern können.

Die ständige Routine lenkt uns oft davon ab, diese Erfahrungen zu machen. Ich mag die Metapher des Wanderns: Wenn unser Ziel ausschließlich darin besteht, das Gipfelkreuz zu erreichen, übersehen wir die wunderschöne Landschaft um uns herum, die uns ebenso beeindrucken kann. Letztendlich sind wir alle unseres Glückes Schmied!

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